Wichtig zu wissen:

 

Der Malinois ist eine belgische Schäferhunderasse mit kurzem, rotbraunem Fell. Er ist besonders geeignet als Dienst- und Sporthund mit unermüdlichem Lern- und Arbeitseifer. Ein Hund der herausfordert und Herausforderungen braucht. Kein Hund für Anfänger! Es braucht Erfahrung, Bodenhaftung und die Fähigkeit, mit KONSEQUENZ + grossem HERZ einem solchen Hund das erwünschte Verhalten zu vermitteln.

 

Seine Wesenseigenschaften dienten vor hundert Jahren dazu, den Hof und das Vieh zu hüten, Gespanne zu ziehen oder Vieherden zum Schlachthof zu treiben. Seit dem zweiten Weltkrieg erfolgte die Selektion vermehrt auf die Verwendung als Diensthund. Daher werden in vielen europäischen Ländern bei Polizei und Militär, nebst den Deutschen Schäferhunden, fast ausschliesslich Malinois eingesetzt. Ein Workaholiker der auch mal zur Ruhe gezwungen werden muss!

 

Einer der es ernst nimmt, sein Hof und seine Schafe zu beschützen.

 

Kein Hund für die Stadt und nur zum Spazieren, ein Hund der seinen Eigenschaften entsprechend gefordert werden muss, ansonsten er die Umwelt fordert. Wenn er in kompetenten Händen seine Fähigkeiten ausleben kann, so beweist er sich in der Familie als treuen und sensiblen Kampfschmuser. 

 

Wenn der Halter eines Malinois jedoch nicht fähig ist, seine Impulse  unter Kontrolle zu bringen, dann beginnt eine Spirale zu drehen, die nicht selten mit einem Vorfall beim Veterinäramt landet oder beim Tierarzt mit der Euthanasie endet. Nachweisliche Erfahrungen, wie man einem Arbeits-Hund ein erwünschtes Verhalten vermittelt, ist für die Haltung dieser Rasse voraussetzung! Siehe hier weitere Infos zur Rasse Malinois 

 

 

Rassenwahl

Kniehoch soll er sein und kurze schwarze Haare muss er haben...
Er soll möglichst wie ein Wolf aussehen...

Solche Auswahlkriterien enden in der heutigen Gesellschaft oft in Überforderung beim Hundeführer und bieten den Hundetrainern willkommenes Einkommen.

 

Jede Rasse wurde über Jahrhunderte für einen bestimmten Zweck selektioniert!!

 

Der Husky hat in der Schweiz eigentlich nichts verloren, ausser er wird regelmässig vor den Schlitten oder den Wagen gespannt. Der Weimaraner kann nur als Familienhund gehalten werden, wenn er regelmässig zur Jagd oder für alternative Aufgaben gebraucht wird.

 

Der CairnTerrier braucht den Menschen nicht um Ratten zu eliminieren, er kann gut und gerne alleine  die Gegend nach "Kleinvieh" durchkämmen. Hingegen arbeitet ein Hütehund wie der Border Colly oder der Malinois durch seine Führerorientiertheit und Kombinationsbegabung für einige Hundeführer zu eifrig - oft nach dem Motto, wer (ver-)jagd nun den Velofahrer, du oder ich?

 

Da wird dem Hund oft unbewusst ein unerwünschtes Verhalten antrainiert, das in Überforderung beim Hundehaltenden endet. Jedes Verhalten hat seinen Ursprung und ist grundsätzlich nicht gegen Menschen gerichtet, ausser es wurde ihm bewusst oder unbewusst beigebracht. Das was der Hund präsentiert ist zum grössten Teil die Leistung des Hundeführers! Sprüche wie "er kommt aus der Tötungsstation" oder es ist "ein dummer Hund" haben meist kurze Beine und präsentieren oft den Spiegel. 

 

Es käme einem ambitionierten Pferdesportler wohl nicht in den Sinn für Pferderennen einen Kaltblüter auszubilden, ebenso wie es einem Jäger nicht in den Sinn kommt für die Jagd Huskys oder Bolonka Zwetnas einzusetzen. Wenn man sich die Mühe nimmt, nachzuforschen wie und für was mein Traumhund gezüchtet wurde und in wessen Umfeld er aufgewachsen war, so dient man dem "Kulturgut" und Wesen Hund.

 

Früher waren die Rassen regional verankert, auch hatte sich deren Erziehung regional mündlich überliefert. Heute haben wir in einer Region 60 verschiedene Rassen.... 

 

Generell: An das Aussehen gewöhnt man sich immer, an unerwünschtes Verhalten selten !!!!!

 

Rassenwahl mit Berücksichtigung meines Umfeldes wie Familie und Wohnen:

 

Warum will ich einen Hund?

Nicht was soll er können, sondern was will ich einmal zusammen mit dem Hund können!?

Habe ich bewährt (z.B. Beruf) Durchsetzungsvermögen und natürliche Autorität, die bei gewissen Rassen Voraussetzung ist? Oft werden "starke" Hunde dazu misbraucht, schwache Menschen zu führen.

 

Welche Arbeit kann ich in meinem Umfeld dem Hund bieten?

Was bin ich für einen Typ? Arbeitseifrige Handwerker die das Sauwetter nicht scheuen brauchen Arbeitshunde, Leute die sich und ihr Auto gerne präsentieren Schosshunde, jedoch auf keinen Fall einen Malinois. Geradlinige ruhige Typen ohne weitere Ansprüche sind mit Molosser gut bedient. Und für Hof und Garten eignen sich immer noch Sennenhunde recht gut.

 

Welche Hundesportart packt mich? Nur gewisse Rassen eignen sich für ausgewählte Sportarten!!

Kann ich es mir bei einem Arbeitshund nebst Fr. 1'000.- Arzt- und Futterkosten leisten, jährlich 10'000 Autokilometer und mindestens 30 Tage Trainings im Umfeld von Profis zu absolvieren?

 

Zu 80% werden Entscheide emotional gefällt, mache diesen Fehler nicht, setze Kriterien wie beim Autokauf! Der Entscheid zum Hundekauf verpflichtet länger als ein Autokauf.


Spreche mit Personen die bereits einen Hund haben den du favorisierst. Gehe in Tierheime und Hundevereine oder zu Tierärzten und tausche dich mit deinen Vorstellungen und Gedanken aus. 

 

Ein Leben mit Hunden verschafft auf Zeit viel mehr Glücksgefühle als ein Lottogewinn !!!

 

Weitere interessante Infos:

Siehe von Ralph Rückert, Tierarzt DE:

In bester Absicht und doch zu viel? Die Beschäftigung des Hundes

 

 

Von Carsten, Hundeschule "mit Hunden leben" DE

Entscheidend ist: Die Malinois brauchen Impulskontrolle auf Hochschulniveau - nicht Grundschule

 

Hochleistungshund im Wohnzimmer? Warum das selten gutgeht.“

Warum Hunde wie Hummel (Name eines Malinois) kein Standard sind – und warum ihr Nervensystem nicht in die Haustier-Schublade passt?

 

Es gibt Hunde, deren Nervensystem so gebaut ist, dass sie mit dem durchschnittlichen Alltagsleben problemlos klarkommen. Und dann gibt es Hunde, deren Gehirn in einer ganz anderen Taktfrequenz arbeitet – nicht für Spaziergänge im Wohngebiet, sondern für Präzision, Reaktion, Wahrnehmung und Geschwindigkeit.

 

Hunde wie Hummel gehören in diese zweite Gruppe. Sie sind nicht „schwierig“. Sie sind nicht „dramatisch“. Sie sind neurologisch hochgetaktet. Ein Begriff, der auf einmal erklärt, warum so viele Menschen – Halter wie Trainer – diesen Hundetyp komplett falsch einschätzen.

 

Ein hochgetaktetes Nervensystem funktioniert anders. Radikal anders. Der Hund aus Leistungszucht ist nicht „aktiv“. Aktiv ist ein Labrador im Regen. Ein Malinois aus Leistungszucht ist etwas völlig anderes: Er ist neurobiologisch beschleunigt. Was heißt das?

 

Dopamin: Die Turbinensektion Höher, schneller, länger aktiv. Das bedeutet: Vorwärtsdrang, Fokus, Jagdtrieb, ständige Handlungsbereitschaft.

 

Serotonin: Die Bremse – aber dünner belegt Weniger Hemmung bedeutet: geringere Frustrationstoleranz, frühere Impulsdurchbrüche, schnelleres Umschalten. Keine „Problematik“. Konfiguration.

 

Noradrenalin: Das Alarmsystem – permanent auf Standby Dieser Hund muss nicht „wach werden“. Er ist wach. Stets. Das bedeutet: ständige Aufmerksamkeit, hohe Grundspannung, blitzartige Reaktionen. Jedes kleine Geräusch, jede Mikro-Bewegung – alles wird verarbeitet.

 

Amygdala: Das Bewertungssystem – schnell, präzise, kompromisslos Nicht „ängstlich“. Nicht „unsicher“. Sondern: sehr früh in der Gefahrenerkennung, intensiv in der Bewertung, klar in der Reaktion. Dieser Hund denkt nicht: „Was war das?“ Sondern: „Ich habe entschieden.“

 

Dieses Nervensystem ist nicht problematisch – es ist effizient. Brutal effizient. Es reagiert schneller. Es bewertet schneller. Es lernt schneller. Es speichert schneller – positiv wie negativ. Das ist Hochleistung. Das ist Genetik. Das ist kein Haustier-Profil.

 

Hochleistungshund bedeutet: Der Körper verarbeitet Informationen in Echtzeit Ein normaler Hund reagiert. Ein Malinois aus Leistungszucht hat längst reagiert, während der Mensch noch analysiert, dass überhaupt ein Reiz passiert ist. Ein Reiz ist für diesen Hund kein Ereignis. Sondern ein Datenpaket, das sofort durchgeschleust wird. Deshalb sieht man bei Hunden wie Hummel: extrem schnelle Blickwechsel, blitzartige Muskelspannung, impulsive Vorwärtsbewegungen, ultrafeine Reaktionen auf minimale Körpersprache, sofortiges Umschalten der Aufmerksamkeit.

 

Man sagt gerne: „Der Hund ist überall gleichzeitig.“ Nein. Er ist schlicht schneller als wir.

 

Der Labrador sieht: „Oh, ein Vogel.“ Der Malinois berechnet: „Winkel, Distanz, Flughöhe, Landepunkt, Bewegungsrichtung. Halter leicht instabil. Situation analysiert. Weiter geht’s.“ Und er meint das ernst.

 

Der wichtigste Vergleich: Hochbegabtes Kind vs. Hauptschulwerkzeug

Ein hochbegabtes Kind braucht nicht nur „Liebe“. Es braucht Struktur. Wenn die Bezugsperson nur Hauptschulwerkzeug hat, kann sie ein hochbegabtes Kind nicht halten – nicht aus Mangel an Herz, sondern aus Mangel an Konzept. Übertragen auf den Malinois: Hummel ist neurobiologisch hochbegabt. Sie denkt schneller. Sie reagiert schneller. Sie bewertet schneller. Sie lernt schneller – positiv wie negativ.

 

Der Taschenrechner-Vergleich

Während manche Menschen überlegen, wo ihr Taschenrechner liegt, hat ein Hund wie Hummel: die Aufgabe gelöst, den Lösungsweg optimiert, und drei alternative Varianten durchgerechnet. Wenn der Halter noch fragt: „War das jetzt ein Reiz?“ Hummel ist längst fertig: „Ich habe ihn verarbeitet.“ Das ist nicht Übertreibung. Das ist Neurologie.

 

Impulskontrolle auf Hochschulniveau – nicht Sitz-Platz-Bleib

Viele glauben: „Mach Sitz, dann kann er sich beherrschen.“ Nein. Das ist Impulskontrolle aus der Grundschule.

Ein Hund wie Hummel benötigt Impulskontrolle auf Hochschulniveau: Er muss umleiten können. Denken können. Situativ regulieren können. Sein eigenes System lesen und steuern lernen. Nicht hemmen. Umlenken. Nicht stoppen. Verarbeiten. Das ist echte Impulskontrolle bei Hochleistungshunden.

 

Warum der Malinois-Hype gefährlich ist?

Der Malinois ist zum Modehund geworden. Was Menschen sehen: Action. Spektakel. Perfektion. Tempo. Sportvideos.

Was sie nicht sehen:

die Stressachsen, die Reizoffenheit, die Verarbeitungsgeschwindigkeit, die Sensibilität, die Verantwortung.

Wenn ein solcher Hund in einem Haushalt landet, der Standardmethoden erwartet, kippt Verhalten sehr schnell:

Wachsamkeit wird Reaktivität. Energie wird Übersteuerung. Präzision wird Chaos. Kontrolle wird Kontrollverlust. Sensibilität wird Überforderung. Nicht, weil der Hund schwierig wäre – sondern weil sein Nervensystem nicht abgeholt wurde.

 

Feines Nervensystem bedeutet nicht empfindlich – es bedeutet: extrem reaktionsstark.

Viele interpretieren Hunde wie Hummel als „unsicher“. Dabei ist es genau anders: Sie reagieren nicht, weil sie schwach sind, sondern weil sie mehr wahrnehmen. Was ein Labrador überhört, berechnet ein Malinois in Millisekunden. Das ist keine Überforderung. Das ist Effizienz.

 

Warum reine positive Energie ins Gegenteil kippen kann?

Ein hochgetaktetes Nervensystem verstärkt jeden Input. Viel Lob, viel Energie, viel Stimmung – für viele Hunde ein Geschenk. Für einen Malinois ein Beschleuniger. Ergebnis: mehr Tempo, mehr Impuls, mehr Kontrolle, mehr Erregung.

Was andere Hunde entspannt, bringt einen Malinois erst richtig „ins Laufen“.

 

Warum Druck sofort eskaliert?

Druck erzeugt kein Einlenken. Druck erzeugt: akute Stressreaktion, Gegenwehr, Übersteuerung, Kontrollimpulse, Abschalten.

Ein solches Nervensystem geht nicht „in die Knie“. Es geht in den Überlebensmodus.

 

Fazit – klar und ohne jede Dramatisierung

Ein Malinois wie Hummel ist kein Standardhund. Nicht, weil er kompliziert wäre, sondern weil sein Nervensystem: schneller arbeitet, mehr wahrnimmt, intensiver reagiert, weniger filtert, schneller bewertet und auf Leistung ausgelegt ist.

 

Diese Hunde benötigen:

Menschen, die ihr Nervensystem verstehen. Trainer ohne Ideologie. Strukturen, die das System regulieren. Umgebungen, die Reaktivität respektieren. Nicht jeder Hund passt in jede Familie. Nicht jeder Hund in jedes Konzept. Und nicht jeder Hund in jeden Kopf. Hochleistung ist kein Trend. Hochleistung ist Verantwortung.